Brot statt Worte 

Von frühester Zeit an wird angenommen, dass  die beste Spende für die Hungernden die „Nahrung“ ist. Besonders Almosen gelten als Brot. Wenn also ein hungriger Mensch zu uns kommt, bieten wir ihm etwas zu Essen an, auch wenn wir dafür unser letztes Stück Brot mit ihm teilen! Die Leute sagen: „Ist Brot auf dem Tisch, dann wird der Tisch zum Thron. Ohne Brot wird ein Tisch zum Brett.“ In dem Projekt „ Brot statt Worte“ geben deshalb die Freiwilligen der öffentlichen Organisation „Bumerang der Güte“ in Lugansk regelmäßig Brot an Menschen aus, für die ein Laib Brot das Überleben darstellt.

Sie kommen zu uns, erzählen über ihr Schicksal, ihre Schwierigkeiten und all die Probleme, die das Leben in einer kleinen, nicht anerkannten Republik unter bürgerkriegsähnlichen Umständen ausmachen. Sie gehen nicht nur zum Brot, sie gehen zu den Mitarbeitern des Vereins. Sie möchten sich nicht alleine fühlen, sondern für Jemanden nützlich oder Herzlich Willkommen sein!

 

Was wir dort machen

 

Unter dem Leitgedanken "Brot statt Worte" , wollen wir helfen einen Ort anzubieten wo sich allein oder in schwierigen sozialen Verhältnissen lebende alte Menschen treffen können für eine gemeinsame Mahlzeit und zwischenmenschlichen Austausch. Wir alle können uns kaum vorstellen wie es ist und was es bedeutet, nach einem langen Arbeitsleben, plötzlich in einer Situation von kriegsähnlicher Art zu stecken. Wir können uns nicht vorstellen, was es bedeutet seinen Lebensabend in einer zerbombten Wohnung zu verbringen, keine Rente zu erhalten, wenn überhaupt nur minimal medizinisch versorgt zu werden. Wir unterstützen die Errichtung einer Begegnungsstätte für ältere Menschen in Lugansk und übernehmen für ein Jahr die Trägerschaft.

 

Ziel und Nutzen:

Die Treffen dienen der Umgangspflege und bieten Möglichkeiten wenn auch für einen kurzen Moment aus dem kriegsgebeutelten Alltag herauszukommen. Es ist ungemein wichtig hier Raum zu bieten der soziale Interaktion ermöglicht, ein wenig Geborgenheit, Rückhalt und Barmherzigkeit vermittelt. Wir wollen dem Entgegenwirken und im Rahmen der monatlichen Treffen auch geistig kulturelle Nahrung geboten werden soll. Auf freiwilliger Basis bereiten sie Gedichte, Geschichten und ihre Erinnerungen vor.

Besonders wichtig scheint uns dabei der psychologische Aspekt dieses Hilfsangebotes, denn schon das kurzzeitige Herausgehen aus der gewohnten erbärmlichen Alltagssituation, stiftet soziale Geborgenheit, das Gefühl, nicht allein zu sein und sich nicht alleingelassen zu fühlen.

 

Dokumentation: Im Rahmen der Veranstaltungen werden Befragungen durchgeführt über Lebensumstände und sozialen Kontext. Wir wollen wissen wie es diesen Menschen geht und welchen Bedingungen sie leben, welche Erfahrungen sie gemacht.

Diese Dokumentationen bestehen aus Videoaufzeichnungen und einer Art kleiner Interviews, welche die Tragik der persönlichen Schicksale begreifen helfen. Solche Interviews wurden bereits geführt. Voraussetzung ist das persönliche Einverständnis der Teilnehmer. Die Veröffentlichung der Materialien erfolgt hier auf der Webseite, auf unserer Facebookseite #aktiondonbass und auf unserer Projektseite bei Betterplace.